Eine Reise nach Costa Rica in Zeiten von Corona

Ein Erfahrungsbericht

Eine spannende Tierwelt, menschenleere Strände und interessante Begegnungen mit Einheimischen – das und noch viel mehr bietet Costa Rica. Auf unserer Mietwagenrundreise durch Costa Rica vom 28.01. – 12.02.2021 hatte ich wunderschöne Erlebnisse, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

„Ladies and Gentlemen, this is your captain speaking…“

Ich bin aufgeregt. Diesen Satz habe ich schon lange nicht mehr gehört. Aufgrund des Schneechaos in der Schweiz starteten wir rechtzeitig von zuhause und kamen bereits einige Stunden vor Abflug am Flughafen Zürich an. So leer habe ich diesen noch nie gesehen. Nur wenige Läden sind geöffnet. Innerhalb von 10 Minuten haben wir eingecheckt und die Sicherheitskontrolle passiert. Als der Abflug näher rückt, füllt sich das Gate langsam. Ein älterer Herr witzelt: Hier sind also alle mutigen Schweizer. Er meint wohl den Bundesratsentscheid vom Vortag, denn ab dem 8. Februar 2021 braucht jeder, der mit dem Flugzeug in die Schweiz einreist, einen negativen PCR Test.

Der Flug von Zürich nach San José war komplett ausgebucht. Nicht wirklich verwunderlich, denn es ist eines der wenigen Länder, welches die Grenzen geöffnet hat. Auf dem Flug gilt Maskenpflicht. Zum Essen und Trinken durften wir sie kurz abnehmen. Für die Einreise braucht es einen Versicherungsnachweis, denn die Reiseversicherung muss die Kosten im Falle einer Erkrankung an COVID-19 übernehmen. Zusätzlich muss ein Health Pass ausgefüllt werden. Man bestätigt kurz, dass man gesund ist und lädt die Bestätigung der Versicherung hoch. Wir hatten alle Dokumente ausgedruckt und so war die Kontrolle am Flughafen in San José schnell erledigt.  Am nächsten Tag haben wir unseren Mietwagen entgegengenommen und konnten unsere Rundreise starten.

Natur Pur im Dschungel von Boca Tapada

Die ersten drei Tage verbrachten wir in Boca Tapada. Die Anfahrt ist abenteuerlich, denn der Ort ist nur über eine Schotterstrasse zu erreichen. Boca Tapada ist ein Paradies für Naturliebhaber und Vogelbeobachter. Wer auf der Veranda unserer Lodge die Kamera aufstellt, bekommt im Minutentakt einen neuen, noch farbigeren Vogel vor die Linse. Bei einer Wanderung durch den Dschungel haben wir spannende Tiere entdeckt. Ich bin heute noch begeistert, wenn ich an unseren Aufenthalt in Boca Tapada zurückdenke. Keiner der anderen Ort, den wir während der Reise besuchten, hat mich mehr fasziniert.

Bootsausflug bis zur Grenze Nicaraguas

Im Boot fuhren wir am nächsten Tag auf dem Rio San Carlos bis zur Grenze Nicaraguas. Unterwegs haben wir viele Tiere wie z.B. Leguane, Krokodile, Schildkröten, Vögel, etc. gesehen. An der Grenze befindet sich das Dorf Boca San Carlos, dort angekommen, hat uns unser Guide Miguel sein Zuhause gezeigt.

Manuel Antonio Nationalpark

Manuel Antonio Nationalpark ist der Lieblingsnationalpark der Ticos. Auch mir gefällt er gut. Es ist der einzige Ort, den wir nach unserer ersten Costa Rica Reise im Jahr 2018 zum zweiten Mal besuchten. Ein lokaler Guide hat uns bei unserer Wanderung begleitet und dank ihm haben wir mehrere Faultiere gesehen - endlich! In Nationalparks muss übrigens keine Schutzmaske getragen werden, wobei der Guide immer eine trug. Den Nachmittag haben wir dann noch gemütlich an einem der Traumbadestrände ausklingen lassen.

Im artenreichsten Nationalpark Costa Ricas

Corcovado ist der grösste und artenreichste Nationalpark Costa Ricas. Die Anreise zu unserer Lodge war sehr aufregend. Von Puerto Jiménez wurden wir mit einem Taxi über eine holprige Strasse nach Carate gefahren. Für die 45 Kilometer brauchten wir über 2 Stunden. Vier Flüsse mussten überquert werden, was in der Trockenzeit aber problemlos machbar war. Die letzten drei Kilometer mussten wir zu Fuss zurücklegen. Im Corcovado Nationalpark haben wir tolle Tiere gesehen – die aufwendige Anreise hat sich mehr als gelohnt.

Coronatest in Costa Rica

Drei Tage vor dem Rückflug mussten wir zum Coronatest. Costa Rica verfügt über ein sehr gutes Netz an Laboren, die PCR Tests mit Resultat innerhalb von 48 Stunden anbieten. Wir haben den Test in Puerto Jiménez gemacht und dafür USD 160 pro Person bezahlt. Das negative Testergebnis sowie das Einreiseformular für die Schweiz (QR Code) mussten wir am Check-In vorweisen. Zu meiner Überraschung konnten wir in Zürich die automatische Passkontrolle passieren – weder PCR Test noch Einreiseformular wurde überprüft.

Weitere Informationen zum PCR-Test in Costa Rica finden Sie über folgenden Link:
https://www.ftigroup-service.de/zielgebiete-angebote/baustein-reisen/lateinamerika/costa-rica-in-zeiten-von-corona-ein-erfahrungsbericht/pcr-test-in-costa-rica

COVID 19 in Costa Rica

Die 7-Tage Inzidenz auf 100‘000 Einwohner liegt aktuell bei 75 Fällen in Costa Rica. Restaurants und Läden sind geöffnet. In öffentlichen Räumen und überall wo der Mindestabstand von 1.8 Metern nicht eingehalten werden kann, gilt Maskenpflicht. Nachts gibt es eine Ausgangssperre. Fahrzeuge dürfen nur fünf Tage pro Woche benutzt werden. Das gilt jedoch nicht für Touristen. Die Massnahmen werden strikt eingehalten. Überall wird Fieber gemessen und desinfiziert (Hände, Kugelschreiber, Zimmerschlüssel, Tische, Pässe, etc). Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt, denn in Costa Rica gibt es mehr als genug Platz für jeden.

Die meisten Hotels in Costa Rica sind klein und haben nicht mehr als 40 Zimmer. Davon sind aktuell meistens nur wenige besetzt. Im Hotel im Manuel Antonio hatte es neben uns etwa 10 weitere Gäste  – das war das absolute Maximum während der gesamten Reise. In der Macaw Lodge beim Carara Nationalpark waren wir sogar die einzigen Gäste der Woche. Sie haben extra für uns geöffnet.

Informationen Stand 18.02.21, Inhalt vorbehaltlich Änderungen.
Bitte beachten Sie, dass sich Bestimmungen vor Ort kurzfristig ändern können.

Alles rund um die Themen Maskentragen, Hygienemassnahmen und Einschränkungen vor Ort finden Sie hier

Fazit:

Wir waren bereits vor zwei Jahren in Costa Rica. Doch dieses Mal hat es uns noch besser gefallen.
Die Einheimischen gaben alles, um uns zu verwöhnen und nahmen sich viel Zeit für uns. Die Ticos sind sehr hilfsbereite, offene und liebe Menschen. Immer und immer wieder dankten sie uns, dass wir uns für eine Costa Rica Reise entschieden haben. Sie sind sehr froh, dass die Regierung entschieden hat das Land zu öffnen. In Costa Rica leben nämlich über 600‘000 Menschen vom Tourismus und das bei fünf Millionen Einwohnern.
Die Tiere merken vermutlich, dass weniger Besucher da sind. Wir haben nämlich viel mehr gesehen als bei unserer letzten Reise. Zudem genossen wir die Wärme. Jeden Tag hatte es über 30 Grad mit viel Sonne. Es ist der perfekte Zeitpunkt um nach Costa Rica zu reisen!
Das Abendessen in einem Restaurant einzunehmen, einen Cocktail in einer Strandbar zu bestellen, oder am Markt ein T-Shirt zu kaufen – so selbstverständlich wie früher ist das Reisen nicht mehr, deshalb habe ich noch nie eine Reise so genossen wie dieses Mal.